Zurück zur Startseite

INTERESSENGEBIETE

1. Aquatische Neozoen

Dabei handelt es sich im Organismen, die in der Neuzeit (definitionsmäßig nach dem Jahr 1492) unbeabsichtigt oder vorsätzlich angesiedelt wurden. Die Jahreszahl wurde mit Bedacht gewählt, denn mit den Entdeckung Amerikas begann der globale Handel und damit die globale Verbreitung von Organismen. Auch zu früheren Zeiten gelangten Tiere und Pflanzen in Gebiete, in denen sie nicht heimisch waren. Bedenke man die Vielzahl merriteraner Pflanzen in unserem Gebiet, die auf die Römer zurück gehen. Selbst der Karpfen gelangte erst im frühen Mittelalter aus Asien zu uns. Als Ursachen können aber auch durch den Menschen neu geschaffene Verbindungen angesehen werden. Als Präzidenzfall sei der Suezkanal erwähnt, der seit seiner Eröffnung als Verbindung zwischen Roten Meer und Mittelmeer für den Artenaustausch verantwortlich ist. So wurde für diesen Sachverhalt ein eigenständiger Begriff geprägt - die Lessep'sche Migration. Neozoen


2. Erkundung heimischen Gewässer

Neben der video- und fototechnischen Dokumentation wird versucht, umweltrelevante Parameter mit chemischen und physikalisch-chemischen Messmethoden zu bestimmen. Dadurch werden Aussagen über Beziehungen "Ursache-Wirkung" wissenschaftlich belegbar. Näheres dazu unter Wasseranalytik

3. Restauration ausgestorbener aquatischer Tierarten

D.h. die Wiederansiedlung dieser Tierarten in ihr ursprüngliches Einzugsgebiet. Durch frühe intensive Ausbeutung natürlicher Vorkommen, tiefgreifender Veränderungen des Lebensraumes und Umweltverschmutzung verschwanden in der Vergangenheit (aber leider auch bis in die Gegenwart) zahlreiche Tierarten, insbesondere Wanderfische wie der Lachs und Stör. Ziel des Programm "Elblachs 2000" ist es, diese Fischart in Deutschland wieder heimisch zu machen. Dazu werden in verschiedenen Flusssystemen Lachse verschiedener Entwicklungsstufen ausgesetzt und überwacht. Eines dieser Systeme ist die Stepenitz einschließlich ihres Einzugsgebietes.

4. Marine Naturstoffe

Im weitesten Sinne handelt es sich um Gifte, die von faunischen Arten für die unterschiedlichsten Aufgaben produziert bzw. genutzt werden. Sei es bei den Kegelschnecken zum Nahrungserwerb, bei den Skorpionsfischen zur Verteidigung oder bei den Schwämmen zur Verminderung der territorialen Konkurrenz. Die Forschung auf diesem Gebiet kratzt buchstäblich an der Oberfläche. Viele Stoffe sind nicht einmal bekannt, geschweige kennt man die Wirkung auf andere Lebewesen. Die Selektivität dieser Verbindungen ist häufig so spezifisch, dass gezielt Ionenkänale der Zellen blockiert werden - mit fatalen Konsequenzen für die Opfer. Manchmal ist für uns der Nutzen aber auch nicht klar erkennbar. Das Ciguatoxin beispielsweise wird von einem Dinoflagellat produziert, reichert sich über die Nahrungskette in unterschiedlichsten Fischarten an und löst erst beim Menschen letztendlich die Vergiftung Ciguatera aus, an der jährlich 20.000 - 50.000 Menschen erkranken. Dabei sind die wirksamen Konzentrationen der Stoffe derartig gering, dass die moderne Analytik vor noch große Probleme gestellt wird. Bei der Isolierung und Stukturaufklärung von Ciguatoxin CTX1B wurde z.B. aus 4000 kg Riesenmuränen (Gymnothorax javanicus) nur 360µg Wirkstoff gewonnen. Die letale Dosis von Maititoxin beträgt 50ng/kg !!! Da erscheint Muscimol (das Gift des Fliegenpilzes) mit 45mg/kg als banale Partydroge. Die Forschung auf diesem Gebiet ist faszinierend und ihre Ergebnisse werden uns noch große Überraschungen bereiten.

Zurück zur Startseite